Der Verlust der Glaubwürdigkeit

Mit Staunen bleibt festzustellen, wie sehr bewährt Geglaubtes an Glaubwürdigkeit verloren hat. Und dies innert kürzester Zeit!

Richtig auffällig wurde dieser Sachverhalt seit dem tragischen 11. September 2001: damals als die zwei Türme des WorldTradeCenter in aller Öffentlichkeit in sich zusammenkrachten und zahlreiche Menschen mit den Tod rissen.

Allerdings glaubten wir damals - für eine kurze Zeit - an eine gerechte Strafe für die Täter.

Schon kurz darauf allerdings wurde eine immer noch schockierte Öffentlichkeit mit unbequemen Fragen zum Ablauf der Ereignisse konfrontiert: konkrete Fragen aufgrund völlig irrwitziger Darstellungen. 

Dann wurde uns ein Bericht präsentiert, welcher wesentliche Punkte nicht berücksichtigte (beispielsweise: wieso stürzte ein drittes Gebäude ebenfalls ein, obwohl nicht getroffen). Und es kam erstes Misstrauen auf.

Dann wurden uns die Schuldigen präsentiert … in einem Verfahren, welches jegliche Rechtsstaatlichkeit verhöhnte. Und es wurden geheime Gefangenenlager errichtet, in welchem - wie wir später erfuhren - gefoltert wurden. Und das Misstrauen nahm zu.

Dann wurde im Irak ein Krieg losgetreten, basierend auf Versprechen auf Massenvernichtungswaffen; welcher allerdings nie gefunden wurden. Und das Misstrauen nahm zu.

So ging es fort und fort: die heutige Informationsvielfalt ermöglicht es, Ereignisse plötzlich kontrovers zu betrachten. Und das Misstrauen nimmt weiter zu.

Nun stehen wir wieder der Schwelle zu einer weiteren kriegerischen Auseinandersetzung, diesmal mit Europa als möglichen Schauplatz: es braucht dafür nur eine falsche Re-Aktion … unbesehen ob eine solche auf einer Provokation oder durch unabsichtliches Handeln verursacht wurde.

Lange Zeit haben wir beneidend auf die USA als Hort der Freiheit und Unabhängigkeit, dem Land des “the sky is the Limit” geschaut. Mit Befremden wird uns nun aber vor Augen geführt, wie die USA ihre Eigeninteressen durchsetzt, auch zulasten “befreundeter” Nationen.

Und das Misstrauen nimmt weiter zu …

Wem können wir noch trauen? Welcher Instanz können wir noch ethisches, auf das Gemeinwohl zielendes Handeln zusprechen?

August 12th 2014

Wir leben in einer seltsamen Zeit

Vor etwas mehr als 100 Jahren glaubte sich der Normalbürger weit weg von den Geisseln des Krieges und ging von einer positiven Zukunft aus; sich anbahnende Probleme blieben weitgehend unbeachtet, die Bürger waren mit der Verbesserung der eigenen Lebenssituation beschäftigt.

Mit dem Attentat in Sarajevo änderte sich die Situation dann allerdings schlagartig: unvermittelt reihten sich politische Ränkespiele aneinander, welche letztlich zu einer unseligen Verkettung, einem regelrechten Gordischen Knoten führten; letztlich glaubte man, diesen nur noch durch Gewalt lösen zu können.

Auch in der damaligen Zeit gab es umsichtige Politiker, welche zur Mässigung und für eine rein politische Lösung aufriefen. Wie die Geschichte zeigt, fanden sie kein Gehör … die Katastrophe nahm ihren Lauf.

Nun, in 2014, rückt diese Zeit wieder in den Fokus: mit 100 Jahren Abstand und der Möglichkeit die Quellen aller beteiligten Kriegsparteien zu sichten, werden Ausgangslage und Verlauf analysiert und hinterfragt. Mit dieser zeitlichen Entfernung sind plötzlich “richtig” oder “falsch” nicht mehr so eindeutig zuzuordnen.

Zwar besitzt die siegreiche Partei die Hoheit über die Geschichtsschreibung, doch büsst diese mit zunehmendem Zeitabstand offensichtlich ihren Alleinanspruch ein und kritische Fragen gelangen an die Oberfläche. Leider bleibt diese dann Gegenstand für Historiker, der Bürger interessiert sich dafür wohl nur noch am Rande … zu sehr ist er von anderen Problemen vereinnahmt, oft auch durch Unwichtiges abgelenkt.

Aus heutiger Sicht erscheint es jedenfalls verwirrend, mit welchen Argumenten und Bildern der Kriegseintritt jeden Landes gerechtfertigt wurde und welche Plakate damals verwendet wurden.

Aus heutiger Sicht verwirrt es eben so sehr, wie und weshalb Bürger einen Kriegseintritt derart freudig begrüssen konnten wie auch der Umstand, dass praktisch jede Kriegspartei mehrheitlich unvorbereitet für eine Auseinandersetzung war.

Heute, im Sommer 2014, geifert unsere Presse wieder parteiisch über den tragischen Abschluss eines Passagierflugzeugs über der Ukraine: ein nicht zu verzeihendes Verbrechen, fürwahr.

Allerdings ein Verbrechen, deren Urheber noch gar nicht korrekt aufgeklärt wurden. Im Unterschied dazu wurde beim Attentat in Sarajevo mindestens der Schütze festgenommen!

Trotz voreiligen Schuldzuweisungen werden der Weltöffentlichkeit die versprochenen detaillierten Satellitenbilder und Fotos vorenthalten, stattdessen werden wir mit Modellzeichnungen abgespeist.

Allerdings ergeben sich Unterschiede zu 1914: während damals selbst der interessierte Bürger nur über sehr beschränkte Informationsquellen verfügten, werden wir heute von einer Vielzahl von Informationen unterschiedlichster Qualität überflutet.

Unverändert gilt, dass die Wahrheit das erste Opfer in einem Krieg sei; allerdings verfügen wir derzeit über medialer Massenvernichtungswaffen, während früher vergleichsweise Gewehre eingesetzt wurden.

Der Abschuss eines Passagierflugzeugs ist ein Verbrechen.

Wie aber alle anderen Verbrechen auch, muss dieses in einem ordentlichen Gerichtsverfahren geächtet werden; eine Schuldzuweisung ohne Belege sollte nicht der Vergangenheit angehören.

Unsere Menschheit hat genügend Probleme: westliche Nationen weisen derart überbordende Schulden auf, welche – mit gesundem Menschenverstand betrachtet – wohl nicht mehr zu tilgen sind. Eine Verschiebung der politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse werden damit einhergehen.

Aufstrebende Nationen werden zu Recht den gleichen Anspruch an Lebensqualität wie wir ihn haben reklamieren. Wird dies nach bisheriger Art und Weise erfolgen, geht  damit wohl eine weitere Verschlechterung der Umweltsituation einhergehen; Rücksichtnahme auf Schwächere oder die Umwelt wird wohl nicht zu erwarten sein.

Wir haben Hungersnöte und Nahrungsüberfluss … gleichzeitig und aus verschiedenen Gründen entstehend.

Bereits jetzt gelingt es der Wirtschaft insgesamt nicht, sämtlichen Arbeitswilligen eine angemessene Arbeit zu einem fairen Entgelt anzubieten: Arbeitslosigkeit und Ausbeutung sind die Ausflüsse davon.

Und ich bin sehr verunsichert, ob die Menschheit wirklich aus eigenen Fehlern lernen kann oder ob gewisse archetypische Merkmale eine Unbelehrbarkeit in sich tragen.

Dies alles wird dazu führen, dass unsere Wirtschaft grundlegend verändert werden müssen: weg von einem ständig Wachstum hin zu einem qualitativen Lebensstand.

Möglicherweise bestehen nur zwei Lösungen aus diesem Dilemma:

Entweder wir ändern unser Gesellschafts- und Wirtschaftssystem weg vom egoistischen “Alles-für-mich” hin zu System, welches jedem für seine Leistung ein faires Entgelt zugebilligt wird.

Oder aber wir benötigen dringend einen Krieg, welcher die gesamte Infrastruktur zerstört und wir anschliessend auf einem tiefen Niveau wieder ein Wirtschaftswunder erleben werden. Die Blaupause dafür lieferte der Zweite Weltkrieg, aber auch die Interessenskriege

Nur wer profitiert von solchen Szenarien?

Bei letzterem werden es wohl diejenigen sein, welche derzeit im Zentrum der (siegreichen) Macht stehen, sofern sie sich selber physisch aus den Kriegswirren heraushalten können. Die Mehrheit von uns wird unsagbares Leid erfahren oder umkommen. Ein kleiner Teil wird diese Wirren überleben … und sich danach in einem wenig lebenswerten Umfeld wiederfinden.

Welchen Weg wollen wir wählen?

Dies zu entscheiden bedingt das Engagement sämtlicher Bürger … denn wir Normalbürger werden die negativen Konsequenzen tragen müssen.

August 10th 2014